Prüfung von Alltagsmasken und medizinischen Gesichtsmasken

Alltagsmasken oder medizinische Gesichtsmasken? Was zählt ist Sicherheit, und die ist nicht bei allen Produkten selbstverständlich

Alltags- und Behelfsmasken als Mund-Nase-Bedeckung in unterschiedlichsten Materialkombinationen werden derzeit in großen Mengen zum Kauf angeboten. Bei den beworbenen Produkten ist jedoch häufig unklar, ob diese auch tatsächlich eine gewisse Schutzwirkung vor Erregern wie dem Corona-Virus haben.

Was muss eine Alltagsmaske leisten und welche Produkte erfüllen diese Hauptaufgaben am besten? Einerseits muss das Material dicht genug sein um feine Partikel, sog. Aerosole, aus der Atemluft zu filtern. Andererseits muss man durch die Maske auch gut atmen können, da diese häufig über mehrere Stunden getragen wird.

Was wird bei medizinischen Schutzmasken geprüft?

Nach der DIN EN 14683, der Norm für Medizinische Gesichtsmasken, werden die beiden genannten Anforderungen durch Tests zur Atmungsaktivität und der bakteriellen Filterleistung überprüft. Bei der Prüfung der Atmungsaktivität wird der Druck gemessen, der notwendig ist, um Luft durch die Maske zu transportieren. Je geringer die Druckdifferenz, desto besser kann man durch die Maske atmen.

Die bakterielle Filterleistung wird dahingehend geprüft, wie viele bakterielle Erreger durch die Gesichtsmaske hindurchgehen. Dabei wird die Filterleistung für Teilchengrößen zwischen 0,65 bis 7,00 μm ermittelt – die Filterung kleinerer Partikelgrößen wird durch diese Methode nicht überprüft.

Welche Rolle spielt die Partikelgröße bei Aerosolen?

In der Norm wird für die Tröpfchen, mit denen die Erreger übertragen werden, die oben genannte Größenordnung angenommen: Das Coronavirus hat jedoch eine ungefähre Größe von nur 0,12 μm und schwebt umschlossen von unterschiedlich großen Tröpfchen in der Luft. Bisher ist nicht vollständig geklärt, inwiefern die Partikelgröße eines Aerosols in Zusammenhang mit der Übertragbarkeit eines solch kleinen Erregers steht. Daher sollte die Filterleistung von Alltagsmasken auch mit Aerosolen aus kleineren Partikeln überprüft werden.

In der EN 13274-7 dem europäischen Standard zur Bestimmung des Durchlasses von Partikelfiltern werden kleinere Partikelgrößen anhand von Natriumchlorid und Paraffinöl untersucht. Die Partikelgrößen bei Natriumchlorid liegen zwischen 0,01 μm und 0,50 μm und bei Paraffinöl zwischen 0,02 μm und 1,00 μm. Diese Prüfung ist z.B. für Atemschutzmasken, also FFP1-3 Masken, in der Norm EN149 verpflichtend, wird aber auch für Behelfs- bzw. Community-Masken anhand der in Europa seit 2020 neu geltenden Prüfvorschrift CWA 17553 angewendet. Es ist daher sehr sinnvoll, außer FFP 1-3 Masken auch Medizinische Gesichtsmasken und Alltagsmasken nach EN 13274-7 zu prüfen, um die höchstmögliche Güte der Filterleistung zu ermitteln.

Sicherheit für Hersteller, Händler und Anwender von Schutzmasken

Das Prüflabor der Berlin Cert prüft die unterschiedlichen Maskentypen nach den entsprechenden Standards: So wird die grundsätzliche Eignung der unterschiedlichsten Maskentypen, von Alltagsmasken bis zu medizinischen Masken, in einer gebündelten Tauglichkeitsuntersuchung festgestellt. Anwender, Händler oder die Verantwortlichen für das Beschaffen und Verteilen von Gesichtsmasken erhalten mit diesen Prüfungen aussagekräftige Ergebnisse darüber, ob die eigenen bzw. angewendeten Produkte sicher sind und die erforderliche Wirkung haben.

Ansprechpartner

Fragen oder Hinweise zum Thema Schutzmasken richten Sie gerne an Lennert Lehmann: +49 (0)30 / 314 – 25111, info@berlincert.de. Unsere Prüfingenieure stehen Ihnen zur Seite und erstellen gerne einen individuellen Prüfplan.

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